23.02.2024 / Agenda Neubau

Unterwegs durch Neubau mit Eugene Quinn

Am Freitag, 16. Februar, versammelten sich über 20 Menschen am Siebensternplatz; nein, es war keine organisierte Demo und auch kein Flashmob. Der Grund für die Menschentraube war unsere Einladung, mit dem Urbanisten und passionierten Fußgänger Eugene Quinn, den Bezirk Neubau aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Quinn organisiert Spaziergänge durch den Großstadtdschungel und thematisiert dabei nicht nur Sichtbares wie die Architektur. Er nimmt sich gängiger Vorurteile an, hinterfragt sie, bricht sie auf. Er geht der Frage auf den Grund, warum Mieten in Neubau trotz begrenzten Naturraumes hoch sind, springt Hipstern zur Seite, spannt sogar den Bogen zu Trump oder Orban und verliert dabei nicht den Humor. Erstaunlich, wie viel man sehen kann, wenn man genau hinsieht.

 

Danke allen Beteiligten fürs Kommen, wir sind begeistert, dass so viele gekommen sind und mit uns, dem Agenda-Team, über ihr Neubau gesprochen haben. Du kannst Neubau!

 

 

Hier ein kurzer Erfahrungsbericht von Michelle, die sich schon auf eine Fortsetzung freut:

 

Über die Ecke Stiftgasse/Siebensterngasse sind wir in die chaotische Breite Gasse eingetaucht. Chaotisch bezieht sich hier vor allem auf die Anordnung der Gebäude aus diversen Epochen, Baustilen und Nutzungen bzw. Leerstand. Weiter ging es ins MQ, das mit seinen rund 90.000 m2 eines der größten Kulturareale der Welt ist und Raum für moderne und zeitgenössische Kunst und Kultur bietet. 

 

Eugene erläuterte, warum auf dem Gebäude in der Mitte so viele große Pferdeköpfe zu sehen sind - hier haben sie anno dazumal nämlich in den Stallungen geschlafen. Dann ging es weiter nach hinten in den wohl eher unbekannten Teil des MQ‘s hin zu Teilen der alten Stadtmauer bzw. des ehemaligen Glacis. Hier kann man schöne, uralte Ziegel bestaunen, die alle von der „Wienerberger AG“ kommen, dem weltweit größten Ziegelproduzenten.

 

Weiter auf unserer Reise gab es Zwillingshäuser (Burggasse 7-9) zu entdecken. Hier haben früher einmal zwei Schwestern gewohnt, die sich nicht besonders gut verstanden haben, was sich bis heute an der unterschiedlichen Gestaltung der sonst identen Haushälften auswirkt.  Mit dem Schottendurchhaus haben wir eine spannende Verbindung zwischen der Neustiftgasse und der Lerchenfelder Straße kennengelernt und zu guter Letzt sind wir an Otto Bauers Sterbehaus vorbeispaziert und haben durch Zufall auch das Treppenhaus von innen bestaunen dürfen. Praktisch, wenn Bewohner*innen nach Hause kommen und Eugene kurzerhand mit uns hinterher ins Gebäude huscht!

 

Die Zeit ist wie im Fluge (kann man überhaupt im „Gange“ sagen?) verflogen und wir haben nur die Hälfte von Eugenes ursprünglich geplanter Tour geschafft. Das schreit förmlich nach einer Fortsetzung.